Ihnen wird der Erwerb von Mimosa hostilis vorgeworfen?

Wenn Sie z.B. eine Vorladung zur sogenannten Beschuldigtenvernehmung erhalten haben wegen des Verdachts, Drogen, Kräuter oder Substanzen mit Anteilen von verbotenen Betäubungsmitteln erworben zu haben, wenden Sie sich am besten sofort an unsere Rechtsanwaltskanzlei, ehe Sie weitere Schritte unternehmen.

Dasselbe gilt, wenn bei Ihnen eine Hausdurchsuchung wegen vermuteten Drogenbesitzes stattfindet.

Unternehmen Sie in der Sache nichts Voreiliges, sondern telefonieren Sie umgehend mit einem Anwalt. Dieser wird sich als Ihr Verteidiger bestellen und erst einmal Akteneinsicht in das Verfahren beantragen.

Nicht aussagen – Anwalt konsultieren

Hat der Anwalt Akteneinsicht erhalten – dies geschieht in der Regel frühestens (außer in Haftsachen) nach einigen Wochen –, kann er zu den Anschuldigungen Stellung beziehen. Sie sollten sich während dieser Wartezeit weder mündlich noch schriftlich äußern, ohne zu wissen, was Ihnen vorgeworfen wird. Möglicherweise hat die Polizei Ihre Adresse beim Online-Versender auf einer Bestellliste entdeckt. Dass diese Bestellung tatsächlich von Ihnen stammt, ist damit gar nicht gesagt. Zudem kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Beschuldigte lediglich nach einem naturnahen Färbemittel Ausschau gehalten hat, denn als solches wird beispielsweise Mimosa hostilis häufig im Netz vertrieben. Einige Shops haben über Monate diese Wurzelrinde an zahlreiche Kunden verkauft. Da der Verkauf aus Sicht der Kunden im Allgemeinen unproblematisch, preisgünstig und schnell verläuft, haben viele mehrmals die Wurzelrinde bestellt und die Rechtslage falsch eingeschätzt. Fraglich ist, ob die Kunden den Inhaltsstoff Dimethyltryptamingehalt (DMT) beim Erwerb von Mimosa hostilis überhaupt kannten. Unwissenheit schützt zwar vor Strafe nicht, aber die Wissenslage des Kunden und das konkrete Angebot des Online-Händlers gibt dem beauftragten Strafverteidiger Raum für seine Einlassungen. Möglicherweise können wir Ihnen nach Durchsicht der Akten dabei behilflich sein, dass es erst gar nicht zur Gerichtsverhandlung kommt und das Verfahren eingestellt wird.

Besitz von Mimosa hostilis kann strafbar sein

Denn hier heißt es aufgepasst: Abhängig vom Wirkstoffgehalt der erworbenen Menge an Mimosa hostilis kann sehr schnell die Schwelle zur nicht geringen Menge im Sinne des Betäubungsmittelgesetzes und damit zur Verwirklichung eines entsprechenden Straftatbestandes – das kann ein Jahr Freiheitsstrafe als Mindeststrafe bedeuten – überschritten werden!

In den vergangenen Jahren wurden Tausende Menschen von einer Vorladung zur Beschuldigten­vernehmung überrascht, die angeblich getrocknete Mimosa-Wurzelrinde – oft in Pulverform auf klassischen Internet-Plattformen wie ebay oder amazon angeboten – erworben hatten. Meist wird Mimosa hostilis als Färbemittel ausgewiesen, die Wurzel ist aber gleichzeitig reiz- und entzündungshemmend. Allerdings werden Teile des Baumes im Nordosten Brasiliens traditionell als Rauschmittel verwendet. Mimosa hostilis ist eine den Psychedelika ähnliche Droge mit halluzinogener Wirkung. Auch wenn der Besitz, Handel und Erwerb, die Ein- und Ausfuhr der ganzen Pflanze im EU-Raum weitgehend erlaubt ist, ist der Erwerb und Besitz einiger Einzelstoffe dieser Pflanze verboten. Falls Sie Mimosa hostilis als Färbemittel verwenden möchten, sollten Sie dies melden und sich den Ankauf genehmigen lassen. Das wissen nur wenige, die Mimosa hostilis im Internet kaufen.

Mimosa hostilis strafrechtlich wie LSD bewertet

Als Rauschmittel unterliegt der Einzelstoff Dimethyltryptamin (DMT) der Pflanze Mimosa hostilis dem Betäubungsmittelgesetz (BtmG). Damit ist der sogenannte Umgang ohne Erlaubnis grundsätzlich strafbar (§ 29 BtMG). Der Konsum kann starke psychedelische Effekte hervorrufen. Unter das Umgangsverbot fällt auch, die Pflanze als Färbemittel zu erwerben, da alle Bestandteile der Pflanze unter das BtMG fallen. Auch wenn die Pflanze im Internet vermeintlich legal als Färbemittel angeboten wird, ist der Erwerb und Besitz strafbar. Aus der Tatsache, dass gegenwärtig immer noch Internetanbieter Mimosa hostilis offen verkaufen und an deutsche Adressen versenden, darf nicht der Schluss gezogen, der Erwerb sei legal.

Der im Labor festgestellte Wirkstoffanteil von DMT beträgt in einigen Fällen bis zu 3 Prozent. Es kommen aber auch deutlich niedrigere Werte in der Wurzelrinde Mimosa hostilis vor. Erstmals hat das Landgericht Frankenthal im Dezember 2012 die Grenze der nicht geringen Menge festgelegt. Dabei soll es sich um einen Wirkstoffmenge von 3,6 g Dimethyltryptamin-Base handeln. Sie wird mit der Vergleichbarkeit zum Betäubungsmittel LSD begründet, bei dem ähnliche Grenzen gelten (Urteil vom 7.12.12, 5127 Js 10022/09.2 Kls). Schon beim Erwerb ab 150 Gramm Wurzelrinde Mimosa hostilis kann damit die Schwelle von 3,6 Gramm DMT überschritten sein. Zum Färben werden weit größere Mengen benötigt.

Strafmaß bis zu fünf Jahre

Mimosa hostilis zu erwerben, ist kein Kavaliersdelikt! Der Strafrahmen des § 29 BtMG reicht von Geldstrafe bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe. Zudem droht eine Eintragung in das Führungszeugnis bei entsprechender Verurteilung.

Allerdings kann man nicht pauschal davon ausgehen, dass die Menge von 150 Gramm ein höheres Strafmaß nach sich zieht, da sich die Wirkstoffmengen und Wirkstoffgehalte zum Teil bei dem Naturprodukt Wurzelrinde stark unterscheiden. Es sollte also stets ein individuelles Wirkstoffgutachten angefertigt werden.

Fazit: Wenn Sie diesbezüglich juristische Probleme haben, wenden Sie sich an unsere Kanzlei, bevor Ihre Schwierigkeiten noch größer werden.